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ImmoAktuell Juli 2018

„Das ideale Haus gibt es nicht“

Ein Gespräch mit Professor Matthias Loebermann

Prof.  Dipl.-Ing.  Matthias Loebermann ist  freier  Architekt  und war  Dekan der  Fakultät Architektur
und Gebäudeklimatik an  der  Hochschule  Biberach.  Newsletter-Autorin  Antje  Sonnleitner  befragte  ihn  zu  sozialen  und künstlerisch-planerischen  Aspekten zeitgenössischer Architektur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Mehrfamilienhaus konzipierte 
Prof. Matthias Loebermann für Memmingen.

 

 

 

 

Herr Prof.  Loebermann, Sie gehören zu den innovativsten Architekten Deutschlands und sind bereits mehrfach für Ihre erfindungsreiche Bauweise ausgezeichnet worden.  Wie sieht Ihrer Ansicht nach die Architektur der Zukunft aus?

 


Zukünftige Architektur muss sich mehr denn je um die Bedürfnisse der Menschen kümmern - ohne dabei ihre qualitativen Ansprüche zu verleugnen.

 


Denken Sie, dass das „Intelligente Haus“ zum Standard werden wird?

 

 

 

Hierbei wäre zu definieren, was ein intelligentes Haus ist, meiner Vorstellung nach sollte es dem Menschen dienen, einfach und nachhaltig gebaut sein. Pure technische Spielereien, wie z.B. zu wissen, ob der Kühlschrank leer ist, sind überflüssig und nutzen uns nichts. Sie verdummen den Menschen in seiner Eigenverantwortlichkeit.

 


„Das ideale Haus gibt es nicht“, sagen Sie, weil unsere Bedürfnisse sich verändern. Mit ihren Studenten an der Hochschule Biberach haben Sie Raum für alle Bedürfnisse menschlichen Wohnens auf drei mal drei Metern geschaffen. Was wollten Sie damit zeigen?

 


Die Frage war, mit wie wenig Platz kann man leben und was bedeutet das im Alltag, wir haben die Räume ja auf einer Landesgartenschau in Neu-Ulm real zum Wohnen zur Verfügung gestellt.  Das Ergebnis war, dass alle Bewohner grundsätzlich bereit waren, auf individuellen Raum zu verzichten, wenn dafür Platz für Gemeinschaft und Kommunikation gegeben wird. Ein interessantes, wenn auch nicht unbedingt überraschendes Ergebnis dieses Live-Tests.

 


Sie kritisieren den vielerorts verantwortungslosen und profitorientierten Umgang mit der wertvollen Ressource Grund und Boden und treten für eine nachhaltige Grundstücksentwicklung ein.  Was wäre nötig, um die derzeit deutschlandweit fehlenden 800.000 Wohnungen effizient, nachhaltig und gemeinwohlorientiert zu errichten?

 


Ich glaube, nur mit vielen unterschiedlichen Maßnahmen wie verträgliche Verdichtung, neue Wohnformen, Umnutzung bestehender Brachen etc. kann an dem Problem gearbeitet werden. Alle Beteiligten – Eigentümer, Nutzer, Planer und Gesetzgeber – müssen im Einzelfall vor Ort zielführend zusammenarbeiten, damit sich das Problem langsam verringert.

 


„Fast alles ist geregelt, genormt oder vorgeschrieben“ –  In einem Vortrag kritisierten Sie, dass die undurchdringliche Flut von immer neuen Vorschriften heutige Planungs-  und Bauprozesse unnötig kompliziert und signifikant verteuert. Wie kann man dieser Reglementierungswut Einhalt gebieten?

 


Wie bereits oben erwähnt, wird das nur gelingen, wenn Augenmaß und Angemessenheit die Zielparameter der beteiligten Akteure am Geschehen sind.

 

 

 

Sie legten dar, dass widersprüchliche Verordnungen (z.B.  Barrierefreiheit versus  Dachdecker  DIN  Norm)  bei
ImmoAktuell immer  kürzerer  Bauzeit  faule  Kompromisse  und  haftungsrechtliche Konsequenzen für den Planer mit sich bringen. Wie wäre dieser Konflikt Ihrer Ansicht nach zu lösen, was müsste der Gesetzgeber tun?

 


Die Frage lässt sich leider nicht so einfach beantworten, da es hierbei ja um grundsätzliche Konflikte geht und jede Partei auf Ihren Vorgaben, die ja einzeln betrachtet auch verständlich sind, besteht.  Die Lösung kann auch hier wiederum nur in einer abwägenden Beurteilung liegen, der alle Beteiligten zustimmen.

 


Kühle Räume ohne Klimaanlage

Tipps für angenehme Temperaturen zuhause

Wenn die Temperaturen draußen die 30-Grad-Marke erreichen, bewahrt man in den eigenen vier Wänden gern einen kühlen Kopf.
Klimaanlagen oder Kompakt-Klimageräte bringen zwar Abkühlung, sind aber Energiefresser und treiben die Stromrechnung in die Höhe.
Wenn man einige Regeln beachtet, lässt es sich bei hohen Außentemperaturen sogar unterm Dach aushalten. 

 


Regel Nummer eins:
Die  Hitze  muss  draußen  bleiben!
Darum auf keinen Fall tagsüber die Fenster öffnen bzw. auf Kippe stellen. Besser ist es, morgens sehr früh und abends spät bzw.  in  der  Nacht    zu
lüften, möglichst mit Durchzug. Damit die Räume nicht so schnell aufheizen, ist es außerdem sinnvoll, die Fenster tagsüber zu verdunkeln.
Am effizientesten halten geschlossene Rollläden die Hitze ab (bis zu 70 Prozent).  Auch Markisen oder Jalousien können die Sonneneinstrahlung durch Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren beträchtlich verringern.

 

 

 

Quelle(Foto):https://www.bauen.de/a/passive-kuehlung-temperierte-raeume-ohne-klimaanlage.html


Generell gilt:
Hat  ein  Sonnenstrahl  erst  einmal  die Glasscheibe  passiert,  gelangt  auch die Hitze ins Innere.

 

Am besten wirkt also der Sonnenschutz, wenn er draußen vor dem Fenster angebracht ist. Einen spürbaren Effekt bringen aber auch von innen angebrachte (Thermo-)Rollos, am besten in hellen, das Sonnenlicht reflektierenden Farben.
Da bewegte Luft sich kühler anfühlt, leistet auch ein Ventilator im Raum gute Dienste.  Unser Tipp:  Stellen Sie ein Gefäß mit Eiswürfeln vor den Ventilator, so dass die Luft über das Eis geblasen wird. Wenn es doch einmal zu warm geworden ist, stellen Sie den Ventilator nach Sonnenuntergang ans Fenster oder an die Balkontür, sodass die heiße Luft aus dem Raum nach draußen geblasen wird.

 

 

 

Übrigens: 

 

Ein Zimmerbrunnen ist nicht nur dekorativ, sondern sorgt auch für Verdunstungskälte!

 

Für Haus- und Gartenbesitzer: Große Bäume  spenden  Schatten  und  angenehme Kühle, doch wo nicht vorhanden  oder  noch  zu  klein,  halten  auch
Rank Gewächse  wie  Efeu  oder  wilder Wein an der Hauswand die Hitze ab.

Detox-Smoothie

mit Orange, Mango und Ingwer

REZEPT

(Zutaten für 2 Portionen)

  • 1 Orange
  • 1 Mango
  • 1 Stück Ingwer
  • kaltes Wasser (nach Belieben)

 

Quelle (Foto):  https://www.netdoktor.ch/gesundheit/rezepte

 

 

Mango, Orange und Ingwer - mehr braucht man nicht, um einen richtig leckeren und sehr gesunden Smoothie zuzubereiten. Orange für die Spritzigkeit. Ingwer für die Würze und Mango für die Süße, den Geschmack und die Cremigkeit.

 


Und so einfach geht’s: 

 

Orange, Mango und Ingwer schälen und würfeln. Alle Zutaten in einen Standmixer oder Smoothie Maker geben und zu einem Smoothie mixen. Wer mag, kann noch ein paar Eiswürfel mit zerkleinern, dadurch wird der Smoothie ein bisschen fester und kälter.

 

Schuldlosigkeit schützt vor Strafe nicht

Grundstückseigentümer haftet für Brandschaden am Nachbarhaus

Richter schlägt mit Richterhammer

Für Aufsehen und Diskussionen hat ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Februar dieses Jahrs gesorgt: 

 

Ein Grundstückseigentümer, der einen Handwerker mit einer Reparatur beauftragte, muss für Schäden haften, die dieser am Nachbargebäude verursachte, so entschied der BGH.  Wie kann sich ein Grundstückseigentümer vor einer derart weitreichenden Verantwortung schützen?      
 
Ein Ehepaar aus Sachsen-Anhalt hatte einen Handwerker damit beauftragt, das Dach seines Hauses zu reparieren. Bei  Heißkleberarbeiten  verursachte der  Dachdeckergeselle  ein  Glutnest unter  den  aufgeschweißten  Bahnen des  Flachdachs,  das  sich  bis  zum
Abend zum Schwelbrand entwickelte.

 

 

 

 

 

Quelle (Foto): https://www.impulse.de/recht-steuern

 

Das reparierte Haus brannte vollständig nieder. Durch das Feuer und die (vergeblichen) Löscharbeiten wurde auch das unmittelbar angrenzende Nachbarhaus beschädigt.  Die Versicherung des Nachbarn übernahm den Schaden und forderte den Betrag in Höhe von knapp 98.000 Euro dann von den Erben des mittlerweile verstorbenen Eigentümer-Ehepaars zurück.  Beim Handwerker war nichts mehr zu holen:
Der hatte inzwischen Insolvenz angemeldet.

 


„Sorgfaltspflichten erfüllt“

 

Die Gerichte der Vorinstanzen hatten die Forderung der Versicherung gegen die Erben abgewiesen mit der Begründung, dass die Auftraggeber mit der Auswahl eines Fachhandwerkers ihre Sorgfaltspflichten erfüllt und deshalb keine Schuld an dem Feuer hätten.
Außerdem habe der Handwerker grob fahrlässig gehandelt, urteilte das Landgericht Magdeburg.
Dem BGH zufolge spielt dies keine Rolle. Entscheidend sei vielmehr der Anspruch auf einen nachbarrechtlichen Ausgleich nach Paragraf 906 Abs.  2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB).

 

Dieser gewährt dem Eigentümer eines Grundstücks einen verschuldensunabhängigen Ersatzanspruch gegen den Besitzer des anderen Grundstücks, wenn von dort eine Immission ausgeht, die der geschädigte Eigentümer nicht unterbinden kann.

 

Genauer gesagt:

 

Der Brand, der auf das fremde Grundstück übergegriffen habe, sei eine rechtswidrige Einwirkung auf das Nachbargrundstück, die der betroffene Nachbar nicht erkennen und daher nicht habe abwehren können.

 


„Potenzielle Gefahrenquelle  geschaffen“
Die  Beeinträchtigung  muss  dabei „zumindest  mittelbar“  auf  den  Willen des  Eigentümers  bzw.  Besitzers zurückgehen. Der Wille ist in diesem Fall
der Auftrag zur Dachreparatur an den Handwerker, damit sei eine potenzielle Gefahrenquelle  geschaffen  worden.
Dabei spiele es keine Rolle, dass der beklagte Auftraggeber den Handwerker, für dessen fehlerhaftes Verhalten er nun haften muss, sorgfältig ausgewählt habe. „Der  nachbarrechtliche  Entschädigungsanspruch führt zu einer Gefährdungshaftung  zwischen  Nachbarn“,
kritisiert Prof. Dr. Dr. Herbert Grziwotz, Notar in Regen und Zwiesel. Doch was kann man tun, um nicht zu riskieren, für einen etwaigen Fehler eines beauftragten Handwerkes zur Verantwortung gezogen zu werden?  „Ähnlich  wie  im  Straßenverkehr,  wo  eine Versicherungspflicht  besteht,  sollte sich der Eigentümer vom Handwerker eine  diesbezügliche  Versicherung nachweisen  lassen  oder  sich  selbst
entsprechend versichern“, rät Prof. Dr. Dr. Grziwotz. Schwierige Reparaturen in Eigenregie auszuführen, ist allerdings keine Alter-
native, denn: „Nachdem der BGH eine Haftung des Grundstückseigentümers bei  Beauftragung  eines  Handwerkers bejaht,  besteht  erst  recht  eine  Haftung, wenn der Eigentümer selbst mit dem  Schweißgerät  in  seiner  Freizeit zugange ist“, warnt der Notar. Gleiches
gilt natürlich, wenn er einen Schwarzarbeiter beschäftigt, der nicht über die erforderliche Qualifikation verfügt.