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ImmoAktuell September 2018

Wie wohnen wir in Zukunft?

Zukunftsforscher präsentieren Studie bis 2040

Man berührt ein Icon mit einem Haus darauf

Lebendig, bunt, sozial, Smart, ver-
netzt und multifunktional - so stel-
len sich Architekten und Stadtpla-
ner die Stadt der Zukunft vor. Eines
scheint dabei sicher: Die Zukunft
gehört der Stadt, denn der Trend
zur Urbanisierung wird sich nach
Meinung der Beobachter bis 2030
verschärfen. Und die wachsende
Vielfalt der Lebensstile und Wohn-
formen müssen dort auf engstem
Raum integriert werden.

 

 

Früher, als die älteren von uns noch Daktari und Bonanza anschauten, war unsere Wohnbiografie vorhersehbar:
Aus dem Kinderzimmer heraus gewachsen, bezogen wir unsere erste kleine Mietwohnung oder das Zimmer in der WG, nach der Hochzeit ging“s
dann ins Einfamilien- oder Reihenhaus, letzte Station war und ist oft das Zimmer im Altenheim. Doch im 21. Jahrhundert werden die Biografien
vielfältiger. Unterschiedliche Lebensstile, Familienformen und Arbeitsmodelle verändern zunehmend die Anforderungen an das Wohnumfeld
und den Wohnungsbau. Auch die bisherigen Grenzen der Lebensbereiche werden verschwimmen, so das Ergebnis der Studie „Zukunft des Wohnens“ des Zukunftsinstituts. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Beruf und Freizeit, öffentlich und privat - alles passiert gleichzeitig und ist überall möglich.

 

Um die verschiedenen Lebensbereiche und Wohnmodelle zu verzahnen, sind innovativer Wohnungsbau und zukunftsweisendes Immobilienmanagement gefragt. Bauliche Strukturen müssen künftig schneller und flexibler auf gesellschaftliche Veränderungen
reagieren. Wohnungen, Gebäude, ja, ganze Stadtviertel werden zunehmend multifunktional und „nutzungsneutral“ gestaltet.

 

Zonen statt Zimmer
„Conceptual Living“ nennen die Forscher des Zukunftsinstituts dieses Phänomen. Die Flexibilität der Lebensentwürfe und -phasen übertragen sich
aufs Wohnen. Aus WG-Bewohnern werden Singles, aus Singles Eltern, aus Elternteilen Alleinwohnende, immer mehr Patchworkfamilien entstehen -
und die eigenen vier Wände passen sich an die verschiedenen Lebensphasen an. „Wir wohnen nicht mehr in Räumen, sondern in Zonen“, sagen die
Forscher voraus. Möbel ersetzen die Mauern, Wände lassen sich versetzen.
„Je weniger Wand, desto besser“, meint Harry Gatterer, Geschäftsführer Österreich des Zukunftsinstituts und Mitautor der Studie. Ideal ist demnach
die Ein-Raum-Wohnung mit Bad, da sie dir größte Planungsfreiheit bietet.

Doch nicht nur die einzelne Wohnungen, sondern das ganze Haus oder Quartier wird als flexibles System gedacht, das Räume bereit hält, die
bei Bedarf zuschaltbar sind, sowie gemeinschaftlich genutzte Bereiche. Hausgemeinschaften bieten Räume der Begegnung und stärken den
gesellschaftlichen Zusammenhalt ein Wert, der auch im Jahr 2040 von Bedeutung ist, meinen die Forscher, gerade auch für Alleinlebende.

 

Die Forscher des Zukunftsinstituts gehen davon aus, dass sich die in sozialen Medien erlernte Kultur des Teilens und Tauschens auf den realen (Wohn-)raum übertragen wird. „Collaborative Living“, also Leben in Kooperation, nennen sie den Trend in der Studie „Zukunft des Wohnens“. „lmmer mehr Menschen eignen sich öffentliche Bereiche an, um ihr Wohnumfeld zu erweitern“, erklärt Gatterer. „Der Park wird zum Garten, die Bibliothek zum Büro. Die Wohnung ist nicht mehr 42 Quadratmeter groß, sondern hat die Fläche der ganzen Stadt. Ich eigne mir die Stadt als Lebensraum an.“
Moderne Gemeinschaftsbüros, Angebote zur Kinderbetreuung, Elder-Care Service, Gemeinschaftsgärten Do-it- yourself Werkstätten und Wissenscafé sind einige der Grundsteine künftigen Wohnens in Häusern und Quartieren. Generationenübergreifende Mieterprojekte (Co-Housing-Modelle) sind auf dem Vormarsch.

 

„Outsourcing“ privater Bereiche
Das Auslagern privater Bereiche wird auch dadurch bedingt sein, dass der Wohnraum in den Ballungszentren immer knapper, die Wohnungen immer
kleiner werden. Hinzu kommt, dass die Menschen in Deutschland in immer mehr Haushalten leben (40 Prozent sind Singlehaushalte). „lm privaten
Wohnraum wird nur das Wichtigste und Notwendigste untergebracht, was nicht mehr reinpasst, wird in öffentliche Bereiche ausgelagert“, erklärt
Gatterer. Allerdings reduziert sich der für die Habseligkeiten benötigte Stauraum auch durch digitale Güter. Bereits heute ersetzt der E-Book-Reader
das Bücherregal. Die kommenden Jahrzenten werden mit vielfältigen technischen Innovationen aufwarten,
die die Wohnstandards weiter verbessern. „Das Smart Home War erst der Anfang“, meinen die Forscher, nur der Auftakt zu einem neuen vernetzten
und intelligenten Wohnen, das über technische Spielerein hinaus wirklich smarte Wohnkonzepte bietet. Zu den neuen adaptiven Technologielösungen
gehören auch „mitWachsende Grundrisse“ und flexible Zoneneinteilungen. „Wirklich smart wird ein Zuhause erst, wenn es sich auf seine Bewohner,
deren Lebensstil und Lebensumstände einstellen kann, und die Lebensqualität spürbar verbessert“, so die Zukunftsforscher.


Quellen: zukunftsinstitut.de/artikel/immobilien-2040-studie-die-stadtwirtschaft-von-morgen/,m.focus.de, exporo.de, http://makecity.berlin,planet-wissen.de/

 

 

Köstliche Birnen-Zimt-Marmelade

Die leckere Marmelade ist in nur 20 Minuten fertig

 

 

 REZEPT

 

Zutaten für 2 Portionen:

 

- 1000g Reife Birnen (am besten Abate)

- 500g Gelierzucker, 2:1

- 1 Vanilleschote (das Mark davon)

- 1 Pck. Zitronensäure

- 1 TL Zimtpulver

 

 

 

 

 

 

Und so geht's:

Die Birnen waschen, schälen und in mittelgroße Stücke schneiden. Zusammen mit dem Mark der Vanilleschote, der Zitronensäure
(damit die Marmelade auch bei längerer Lagerung nicht bräunt) und dem Zimt mit einem Stabmixer in einem großen Topf zu feinem Mus pürieren.
Den Gelierzucker hinzufügen und erneut kurz durchmixen. 5 Marmeladengläser mit heißem Wasser ausspülen.
Die Fruchtmischung auf dem Herd bei großer Flamme unter Rühren zum Kochen bringen. Vier Minuten lang ko-chen lassen, dabei ständig umrühren. Topf vom Herd nehmen und die Masse
direkt in die vorbereiteten Gläser füllen (randvoll). Gläser fest verschrauben, auf den Kopf gestellt abkühlen lassen.
Guten Appetit!

Hilfe, meine Hauswand lebt!

Wie Sie Algenbefall an der Hauswand vorbeugen

90 bis 95 Prozent aller Fassadenverschmutzungen werden nur durch Mikroorganismen wie Algen und Pilze herbeigeführt. Wie kann man
verhindern, dass die Hauswand sich grün-grau verfärbt?

 

Auf der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2013 in Hamburg wurde das weltweit erste Haus mit einer Fassade aus lebendigen Algen präsentiert: Die Glasfassade ist mit den pflanzlichen Organismen gefüllt, die durch Photosynthese Wärme und Biomasse produzieren. Weitaus weniger beliebt und nützlich, aber leider kaum ganz zu vermeiden, sind Mikroorganismen wie Algen oder auch Pilze, wenn sie die Hauswand besiedeln und dabei unansehnliche grau-grüne Schleier und Schlieren erzeugen. Leider erweist sich ausgerechnet ein Wärmedämm-Verbundsystem, der Klassiker der Gebäudesanierung, in dieser Hinsicht als kontraproduktiv, denn: Wenn die Wärme im Gebäude gehalten wird, bleibt die Außenseite der Fassade kalt.

 

Bei kalten Außentemperaturen bildet sich Kondenswasser und die kühl-feuchte Oberfläche ist der ideale Nährboden für Algen. Wohl dem, der bei der Bauplanung an einen Feuchteschutz gedacht hat, denn auf trockenen Untergründen können Mikroorganismen nicht gedeihen. Eine dickere Putzschicht, ein Dachüberstand von 60 bis 80 Zentimetern und korrekt angeschlossene Fensterbänke verhindern Algenbildung. Auch hydrophile, mineralische Putzsysteme und Anstriche mit Silikatfarbe wirken vorbeugend, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen, die später verdunstet.

 

Wer eine Wärmedämmung plant, sollte ein System mit hinterlüfteter Außenfassade wählen, um den Algen das Leben schwerer zu machen. Da Algen keine trockenen Wände mögen, lautet die simpelste Maßnahme des Algenabwehr: mehr Sonnenlicht und weniger Schatten. Schneiden Sie große Pflanzen zurück und stellen Sie nichts vor den Hauswänden auf, damit die Sonne das Kondenswasser auf den Wänden schneller trocknen kann. Ist die Fassade bereits besiedelt, reinigen Sie sie auf keinen Fall mit einem Hochdruckreiniger, denn der hohe Druck raut die Oberfläche auf, so dass künftige Algen sich noch viel besser ansiedeln können. Besser und schonender für Anstrich und Putz ist es, den wasserliebenden und damit auchlöslichen ungebetenen Gästen womöglich mit einer Bürste oder einem Schrubber zu Leibe zu rücken. Einen stärkeren Reinigungseffekt erreichen
Sie, wenn Sie dem Wasser Essigessenz oder einen Löffel Soda-Pulver pro Liter beifügen (hinterher gründlich abspülenl). Oder Sie stellen einen Brei
aus 500 Gramm Speisestärke, 100 Gramm Soda auf fünf Liter Wasser her und lassen ihn vier Stunden lang einwirken. Dann wird die Fassade mit Wasserstrahl abgewaschen.

Querulanten in der WEG

Auch Eigentümer können rausfliegen

Nach Paragraph 11 des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) ist eine Wohneigentümergemeinschaft unauflöslich. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Wenn einer ständig querschießt und den Miteigentümern das Leben schwer macht, können diese ihn unter Umständen mittels einer Entziehungsklage
dazu bringen, sein Eigentum zu veräußern. Da die Entziehung des Wohneigentums einen schwerer Eingriff in das Grundrecht auf Eigentum darstellt,
muss die Eigentümergemeinschaft gewichtige Gründe haben, um solch ein Verfahren anzustrengen. Dass der missliebige Miteigentümer unbequem
ist, weil er bei der Eigentümerversammlung gerne Contra gibt, reicht hier natürlich nicht aus.
Es gab jedoch durchaus Fälle, die die Richter dazu bewogen, in die Grundrechte eines Wohneigentümers einzugreifen. So geschehen in Hamburg (318 S 50/15) wo die Amts- und später auch die Landgerichtsrichter entschieden, dass ein Eigentümer mit Messie-Syndrom seine selbst genutzte Wohnung verkaufen muss, weil er grob gegen seine Pflichten verstieß und eine weitere Nachbarschaft mit ihm nicht mehr zumutbar sei (siehe §
14 und 18 WEG). Dem war eine erfolglose Abmahnung der Miteigentümer vorausgegangen, die sich darüber beklagten, dass der Mann nicht nur seine Wohnung vermüllte, sondern seine Habseligkeiten zunehmend auch auf Gemeinschaftsflächen verteilte und damit sogar Rat-
ten anlockte. Da er zudem niemanden in seine Wohnung ließ, konnte bei ihm kein neuer Kaltwasserzähler eingebaut werden, wodurch es den Miteigentümer nicht möglich war, verbrauchsgenau abzurechnen, da der Miteigentümer auch den Einbau neuer Fenster blockierte, mussten diese kostenpflichtig eingelagert werden. In das Urteil floss auch ein, dass die Eigentümergemeinschaft viel Geduld bewiesen und über Jahre hinweg das Gespräch gesucht hatte.

 

Mehrheit der Miteigentümer muss zustimmen

 

Der Klage ging, juristisch korrekt, ein Entziehungsbeschluss voraus. Hierbei muss die Mehrheit der Miteigentümer, gezählt nach Köpfen, zustimmen. Da der betroffene Eigentümer sich weigerte, seine Wohnung zu veräußern, kam es zum Prozess, der sich über Jahre hinzog.
Weitere rechtsrelevante Gründe für eine Entziehung sind zum Beispiel
Tätlichkeiten und/oder Beleidigungen gegenüber anderen Wohnungseigentümern und dem Verwalter, dauernde Misstrauensbekundungen, wiederholte Sachbeschädigung und -beschmutzung und penetrante Fäkalgerüche aus dem Sondereigentum. (Gehen diese Pflichtverstöße von Mitbewohnern oder Mietern aus, so ist der Wohnungseigentümer verantwortlich.)
Eine weitere schwerwiegende Pflichtverletzung ist der Hausgeldverzug. Ist ein Eigentümer mit seinen Hausgeldzahlungen mit mehr als drei Prozent des Einheitswertes* seines Wohneigentums über mehr als drei Monate im Rückstand, kann eine Eigentumsentziehung beschlossen werden. Eine Zwangsversteigerung ist in diesem Fall allerdings langwierigen und umständlichen Entziehungsverfahren vorzuziehen.

Das Entziehungsurteil nach Paragraf 18 Abs. 1 WEG verpflichtet den verurteilten Eigentümer, sein Wohneigentum zu veräußern, es gibt der Gemeinschaft jedoch keinen Räumungsanspruch. Diesen hat nur der Erwerber der Wohnung. Ob der den bisherigen Eigentümer auf die Straße setzen muss, hängt davon ab, worauf die Entziehungsklage sich begründet. Beruht die Eigentumsentziehung auf wiederholten groben Pflichtverstößen wie oben geschildert, muss der Erwerber dafür sorgen, dass der vormalige Eigentümer auszieht, denn Sinn und Zweck eines Entziehungsverfahrens ist es ja, den Gemeinschaftsfrieden wieder herzustellen. Beruht die Eigentumsentziehung aber auf Hausgeldrückständen, darf der ehemalige Eigentümer (als Mieter) in seiner Wohnung bleiben, denn indem er die Wohnung ersteigert, trägt der neue Wohnungseigentümer die Kosten und Lasten und muss für die Rückstände aufkommen (BGH VZR 221/15).

 

*Der Einheitswert dient als steuerliche Bemessungsgrundlage für den Wert von Grundstücken und Immobilien und liegt in der Regel deutlich unter dem Verkehrswert. 0uellen: dejure.org .gesetze-im-internet.de www.n-tv.de/haufe.de kostenlose-urteiIe.de